von Thomas Pittl | Okt. 1, 2025
Das Jahr 2018 brachte die Einladung zu malerischen Projekten in Sambia sowie den didaktischen Auftrag, mit der einheimischen Bevölkerung in diversen schulischen und kirchlich pfarrlichen Organisationen die Grundformen der malerischen Überlieferung neu zu erarbeiten und zu gewinnen. Die daraus entstehenden landschaftlichen Eindrücke verbinden sich in der Serie „Sambia – Himmel und Erde“ mit jenen von Kultur, Kleidung, Fest und Tanz. In Folge untersuche ich die unterschiedlichen kulturellen und religiösen Zugänge zum Thema und stelle mich der Frage, inwiefern sich daraus (allgemein-)gültige Verbindungen herstellen lassen.
Die Maltechnik der Bilder knüpft an die traditionellen lokalen Techniken der Malerei an, wie sie auf Keramiken, Kultgegenständen und Hauswänden zu finden sind. Die Pigmente werden von Hand mittels eines Bindemittels zur gebrauchsfähigen Farbe verarbeitet. Ebenso werden die verwendeten Farbpigmente mit in Sambia gesammelten Naturpigmenten kombiniert.
Speckbacherstraße 4,
6067 Absam, Tirol, Österreich
von Thomas Pittl | Sep. 1, 2025
Meine Arbeiten verstehen sich als Metaphern auf das Leben – geführt aus meinem tiefen Interesse für die spirituelle Ebene unseres Daseins. Viele der sakralen Arbeiten entstehen in der Auseinandersetzung mit religiösen Räumen und aus dem Bedürfnis, diese Räume zu erkunden.
„Kann sich das Göttliche im Kunstwerk offenbaren? Wo ist die Schnittstelle zwischen dem was man Sehen und dem was man nur erahnen kann? Die Künstlerin Hilde Chistè geht in ihren Arbeiten diesen Fragen nach. Ihre Bilder heißen „Öffnung“, „Heilig-Geist-Zyklus“ und „Heilige des Lebens“ und zeugen von einer tiefen Auseinandersetzung mit spirituellen Themen, vor allem aber mit dem Leben selbst. (…) Die intensive Farbigkeit vermittelt Energie und Kraft, ebenso wie die Intensität des Pinselschwungs, der den Betrachter unvermittelt erreicht.“
Kirche, Mag. Verena Konrad, 2005
Die Entstehung dieser Bilderserien begleitete eine intensive Auseinandersetzung mit dem Heiligen Geist in Textquellen, uralten Gebeten wie der Pfingstsequenz und Liedtexten. Ausgewählte Worte bezeugen die Anwesenheit des Heiligen Geistes in dieser Welt – was sich auch in den Titeln der einzelnen Werkgruppen widerspiegelt.
Losgelöst vom klassischen Symbol der Taube wird Gottes Geist hier als Ruach (hebr.) erfahrbar: eine Lebensdynamik, die in Bewegung und Beziehung setzt und aus der Enge in die Weite, vom Dunkel ins Licht führt.
Komm herab, o Heiliger Geist
1992
In dieser Werkgruppe wird die lebenserhaltende und lebensspendende Ruach, die neu beseelt und so Lebendigkeit und Ganzheit schafft, als ein ständiges Ereignis und als Aufforderung begriffen, mit diesem Licht in Beziehung zu treten. Hier lassen sich Gestalten erkennen, die sich dem Licht entgegenstrecken, sich dafür öffnen, sodass sie selbst ganz davon erfasst werden und auf ihre Umgebung ausstrahlen.
Der Geist des Herrn
1992 – 1993
Die letzten Bilder der insgesamt vier Werkgruppen mit dem Titel „Der Geist des Herrn“ zeigen einen Prozess des einbrechenden Lichts der immer weiteren Verschmelzung, bis schließlich bei den letzten Bildern Licht und Dunkel völlig ineinander verwoben sind. Das Licht hat sozusagen das ganze Dunkel erfasst und ist in bewegenden, erregenden, kraftvollen, dynamischen Austausch getreten.
Ostern
1994
In der frühen Kirche wurde Ostern als Einheit von Leidensgedächtnis und Auferstehungsfeier in der Osternacht begangen.
Die beiden Bildthemen – Tod und Auferstehung – werden hier zu einer dynamischen Gesamtbewegung zusammengeführt und gesteigert, um der Hoffnung auf Erlösung Ausdruck zu verleihen.
Die Heilige des Lebens
1999
Der Bilderzyklus „Die Heilige des Lebens“ entfaltet eine kraftvolle Vision, die das Kosmische mit dem zutiefst Menschlichen verwebt. Im Zentrum steht die apokalyptische Himmelsfrau als Ankerpunkt des Trostes, umspült von einer aufsteigenden Farbbewegung, die sich wie ein schützender Flügelschlag um die Szenerie legt. Von der himmlischen Sphäre des Erzengels Michael und des Lammes führt die Komposition hinab in die konkrete irdische Geschichte: In der Gestalt einer gebärenden Frau wird das Göttliche im Menschlichen sichtbar. Die Arbeit macht spürbar, dass die Geburt des Heiligen kein fernes Ereignis ist, sondern dass in jedem Werden und Vergehen das Leben selbst geheiligt wird. Ein integratives Werk, das Maria als Hoffnungsgestalt feiert und den Betrachter zur meditativen Verbundenheit mit allem Kreatürlichen einlädt.
Der Bilderzyklus „Die Heilige des Lebens“ ist für einen Meditations- bzw. Kirchenraum konzipiert.
„…Im Messgewand lässt sich ein modernes Gemälde sehen, das aber nicht einfach an der Wand hängt und sich in den Grenzen eines Rahmens einbehält, sondern das auf den Schultern seines Trägers den Raum durchmisst, das in Bewegung ist und im Verlauf der liturgischen Handlung seine Wirklichkeit und Vielgestaltigkeit entfaltet.
Betrachten wir das Kleid mit Ruhe, so erkennen wir in ihm gleichsam eine Melodie der Farben, welche in der farblichen Verschiedenheit der den liturgischen Zeiten und Anlässen angepassten Stolen das melodische Grundthema in einzelnen Fugen variiert.
…Indem das Kleid Chistès gemäß seiner Abstraktheit nicht von sich her autonome Kunstaussage sein will, sondern – umgekehrt – in das liturgische Geschehen einstimmt, darf es unter den vielen Versuchen einer modernen künstlerischen Behandlung sakraler Themen als besonders geglückt erachtet werden. “
Marus Illmer, Arch., 2006
Das Außen loslassen,
In die Mitte kommen,
die Leere aushalten, ohne sie zu füllen,
die inneren Stimmen verstummen lassen,
die Schönheit der Stille genießen,
das Unergründliche erfahren,
vom Leuchten der Mitte beschenkt werden.
Eine Bewegung zur Mitte hin – Leere – Unergründlichkeit – Licht
Was mit persönlichen Geschenken für Hochzeiten und Taufen im Familienkreis begann, ist zu einer Passion gewachsen: Heute gestalte ich individuelle Kerzen für besondere Lebensmomente und kirchliche Feste wie Ostern. Jedes Stück ist ein handgefertigtes Unikat.
Dabei besinne ich mich auf eine jahrtausendealte Tradition: die ägyptische Enkaustik-Technik. Bei dieser besonderen Malweise werden Farbpigmente in flüssiges Wachs gebunden und heiß auf die Kerze aufgetragen. So entstehen lebendige, strukturierte Kunstwerke, die ich gerne nach Ihren individuellen Wünschen anfertige.
Die Bildergruppe „Sendung“ thematisiert die Dynamik von Berufung und Sendung. Gezeigt werden Gestalten, die sich dem Licht entgegenstrecken, sich dafür öffnen, sodass sie selbst ganz davon erfasst werden und auf ihre Umgebung ausstrahlen – erfasst von der Lebensdynamik des Heiligen Geistes.
Speckbacherstraße 4,
6067 Absam, Tirol, Österreich
von Bm5.M38c@7aEHq_8-@yZRuU.@tesh5Ra893 | Aug. 1, 2025
Wachsen und Werden sind Phänomene des Lebendigen, sich Verändernden. Es geht mir nicht zuerst um Abbildung, sondern um das um das intuitive Erspüren eines Geschehens, das Erspüren des Lebendigen. Es geht um die vollzugshafte Seite der Wirklichkeit, indem dem Prozess des Werdens und Wachsens behutsam nachgegangen wird.
Es geht nicht um ein Feststellen, was etwas ist, darum etwas zu erfinden (parallel zur Realität) oder etwas zu machen, sondern es sind Bilder des Findenden. Daher geht es stets um das Eine Thema des Wachsens und nicht immer um etwas Neues.
Die Bilder haben nichts Gegenständliches zum Inhalt. Sie sind aber auch nicht ins subjektive Erleben gesetzt.
Speckbacherstraße 4,
6067 Absam, Tirol, Österreich
von Reinhilde Chiste | Juli 1, 2025
Eine Studienreise durch Äthiopien im Jahr 2012 führte zur Begegnung mit einem überraschenden Reichtum an Farben und Formen, der sich in den daraus entstehenden Landschaftsbildern reflektiert. Die Schichtung der Farblasuren baut einen Tiefenraum auf, der dem verweilenden Auge eine stets größere Weite des Sehens eröffnet. Ebenso beschäftigen sich Bilderserien mit Szenen am Markt sowie den Felsenkirchen von Lalibela.
Um dem bereisten Land auch im verwendeten Material eine erfahrbare Nähe zu geben, wird teilweise auf vom afrikanischen Boden genommene mineralische Farbstoffe zurückgegriffen. Hierin zeigt sich auch eine Parallele zur alten äthiopischen Maltechnik, bei der mit Naturpigmenten auf Pergamenten, Stoffen und Wänden gemalt wird.
Speckbacherstraße 4,
6067 Absam, Tirol, Österreich
von Bm5.M38c@7aEHq_8-@yZRuU.@tesh5Ra893 | Juni 1, 2025
Die Bildergruppe ist Ergebnis einer im Herbst 2011 durchgeführte Reise durch Ägypten.
Sie spiegelt mein Empfinden beim Erleben der unterschiedlichen Kultur- und Landschaftsräume wider und reflektiert die Faszination der Landschaft und die besondere Atmosphäre des Landes.
Insofern sind diese Arbeiten einzigartig, als dass sie ausschließlich zu dieser Reise entstanden und nicht wiederholbar sind.
Speckbacherstraße 4,
6067 Absam, Tirol, Österreich
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